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Änderungsantrag Ä1 zu A20

Veranstaltung: LDK Bayern 2015
Ursprungsantrag: Bildung und Förderung von schulpflichtigen Flüchtlingen
AntragsstellerIn: Michael Gerr (KV Würzburg-Stadt)
Status: Eingereicht
Eingereicht: 08.10.2015, 20:32 Uhr

Änderungsantragstext

Im Absatz von Zeile 23 bis 37
Schülerinnen und Schüler müssen möglichst schnell in den Regelklassen aller Schularten unterrichtet werden. Sonderbedarfe aufgrund von chronischer Erkrankung, Behinderung oder traumatischen Erfahrungen müssen schnellstmöglichst erfasst werden; sie sollen als Regelfall inklusiv in den Regelklassen erbracht werden unter Einsatz aller nötigen Ressourcen. Nur so wird eine rasche Integration in unserer Gesellschaft gelingen. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, muss sich Schule verändern. Eine durchgängige Sprachbildung in allen Schularten, die individuelle Förderung aller Schülerinnen und Schüler und eine interkulturelle Öffnung fördern die Integration. Damit die Mehrsprachigkeit innerhalb einer Klasse für alle Kinder zum Gewinn wird, werden qualifizierte Lehrerinnen und Lehrer gebraucht. Eine der drängensten Aufgaben ist es, Lehrkräfte mit der Qualifikation „Deutsch als Zweitsprache“ an allen Schularten bereit zu stellen. Diese Lehrerinnen und Lehrer müssen über den regulären Stundenbedarf einer Klasse hinaus, zumindest stundenweise, als Zweitlehrkräfte zur Verfügung stehen. Derzeit ist kaum Lehrpersonal mit der Qualifikation "Deutsch als Zweitsprache" verfügbar. Um die geforderten Stellen schnell besetzen zu können, muss Lehrkräften mit einem Fortbildungsprogramm vor Ort und berufsbegleitend eine Zusatzqualifikation ermöglicht werden.

Begründung

Es schaffen erstaunlich viele Flüchtlinge mit Behinderungen den Weg nach Europa und Deutschland. Laut einer von der UNHCR unterstützten Studie von Handicap International und HelpAge von 2014 waren über 30 Prozent der syrischen Flüchtlinge von dauerhaften Behinderungen, chronischen Erkrankungen oder Verletzungen betroffen. Einer von fünf Flüchtlingen ist von körperlicher, sensorischer oder geistiger Behinderung betroffen. Auch wenn es noch keine genauen aktuellen Zahlen zu den Beeinträchtigungen der Flüchtlinge in 2015 gibt, so auch nicht zu den Schulpflichtigen, ist davon auszugehen, dass die Zahlen weitaus höher sind als unter den Deutschen. Flüchtlinge sind zudem von Unterversorgung bei chronischen Krankheiten und bei den Hilfsmitteln bedroht.
Es ist also nötig bei der Einschulung die tatsächlichen Bedarfe von Schülerinnen und Schülern schnell festzustellen, damit die nötigen Ressourcen an Sachmitteln und Fachpersonal zur Verfügung gestellt werden können. Eine Separation von Kindern aufgrund von Sonderbedarfen wäre jedoch für diese verhängnisvoll und würde ihre Integrationschancen deutlich verschlechtern, z.B. wenn sie weite Wege in Sondereinrichtungen in Kauf nehmen müssen. Dagegen öffnet die gemeinsame Bildung von Flüchtlingen in Regelklassen ein Tor zu Inklusion und individueller Förderung in Regelklassen auch für deutsche Kinder und Jugendliche. Wer nicht zusätzlich ausgesondert wird, kann leichter integriert werden. Die Ressourcen sollten dezentral dort zur Verfügung gestellt werden, wo sie gebraucht werden.