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A20: Bildung und Förderung von schulpflichtigen Flüchtlingen

Veranstaltung: LDK Bayern 2015
AntragsstellerIn: Günther Sandmeyer (KV Landshut-Land), Barbara Pfeuffer (KV Würzburg-Land), MdL Thomas Gehring (KV Oberallgäu), Sabine Schneider (KV München-Stadt), Hermann Schoyerer (KV Freyung-Grafenau)
Status: Eingereicht
Eingereicht: 18.09.2015, 09:41 Uhr

Antragstext

1Seit dem letzten Jahr wird in unseren Kommunen eine große Zahl an Flüchtlingen
2aufgenommen. Mit einem Ende von Flucht und Vertreibung ist aufgrund der
3politischen Brennpunkte derzeit nicht zu rechnen. Die Zahl der noch ankommenden
4Menschen ist nicht vorhersehbar.
5Unter den Flüchtlingen sind häufig Familien mit schulpflichtigen Kindern und
6unbegleitete Minderjährige. Wir wollen die Kinder und Jugendlichen möglichst
7schnell in unser Bildungssystem integrieren. Es ist wichtig, dass sie deutsche
8Sprachkenntnisse auf- und ausbauen können und durch eine gute Ausbildung einen
9festen Platz in unserer Gesellschaft finden.
10An vielen Grund- und Mittelschulen in Bayern wurden Übergangsklassen
11eingerichtet, um die Kinder, die meist ohne Deutschkenntnisse und mit ganz
12unterschiedlichen Herkunftssprachen hier ankommen, im Schulsystem aufzunehmen.
13Zu Beginn dieses Schuljahres werden in Bayern etwa 7.700 Kinder aus
14Flüchtlingsfamilien unterrichtet. Eine weit größere Zahl schulpflichtiger
15Kinder, Jugendlicher und vor allem junger Erwachsener wird bisher nicht
16beschult. Vor allem junge Menschen die bereits volljährig sind werden abgewiesen
17und haben damit kaum Chancen, Deutsch als Bildungssprache schnell und gut zu
18erlernen. An den Berufsschulen wird es bayernweit voraussichtlich 440
19Berufsintegrationsklassen geben, was einer Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr
20entspricht. Trotzdem ist davon auszugehen, dass damit der Anspruch von rund zwei
21Dritteln der jungen Asylbewerber*innen auf Berufsschulunterricht nicht erfüllt
22werden kann.
23Schülerinnen und Schüler müssen möglichst schnell in den Regelklassen aller
24Schularten unterrichtet werden. Nur so wird eine rasche Integration in unserer
25Gesellschaft gelingen. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, muss sich Schule
26verändern. Eine durchgängige Sprachbildung in allen Schularten, die individuelle
27Förderung aller Schülerinnen und Schüler und eine interkulturelle Öffnung
28fördern die Integration. Damit die Mehrsprachigkeit innerhalb einer Klasse für
29alle Kinder zum Gewinn wird, werden qualifizierte Lehrerinnen und Lehrer
30gebraucht. Eine der drängensten Aufgaben ist es, Lehrkräfte mit der
31Qualifikation „Deutsch als Zweitsprache“ an allen Schularten bereit zu stellen.
32Diese Lehrerinnen und Lehrer müssen über den regulären Stundenbedarf einer
33Klasse hinaus, zumindest stundenweise, als Zweitlehrkräfte zur Verfügung stehen.
34Derzeit ist kaum Lehrpersonal mit der Qualifikation "Deutsch als Zweitsprache"
35verfügbar. Um die geforderten Stellen schnell besetzen zu können, muss
36Lehrkräften mit einem Fortbildungsprogramm vor Ort und berufsbegleitend eine
37Zusatzqualifikation ermöglicht werden.
38Wir Grüne fordern ein Sofortprogramm „Bildung und Förderung von schulpflichtigen
39Flüchtlingen“. In einem ersten Schritt sollen tausend zusätzliche Lehrkräfte und
40weiteres Fachpersonal angestellt werden. Wir wollen damit die Sprachförderung
41intensivieren, ein multiprofessionelles Stützsystem für traumatisierte Kinder
42und Jugendliche aufbauen und eine Sonder-Mobile-Reserve für einen flexiblen
43Einsatz an Brennpunkten einrichten.
44Sprachliche Bildung ist ein wesentlicher Aspekt. Sie ist Voraussetzung für
45gesellschaftliche Teilhabe und für die Integration in den Ausbildungs- und
46Arbeitsmarkt. Wir fordern die Bereitstellung der Mittel, um ab sofort
47qualifizierte Lehrer*innen im Fach „Deutsch als Zweitsprache“ fortzubilden und
48diese zur systematischen Sprachförderung an allen Schularten einzusetzen. Für
49das Fach Deutsch gibt es viele, gut ausgebildete Lehrkräfte ohne Anstellung.
50Damit ist ein großer Bewerber*innen-Pool vorhanden um das Programm zeitnah
51beginnen zu können.

Änderungsanträge

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