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A16: Ein Nationalpark für den Steigerwald

Veranstaltung: LDK Bayern 2015
AntragsstellerIn: Bezirksverband Mittelfranken (beschlossen am 12.09.2015), Bezirksvorstand Unterfranken, Bezirksvorstand Oberfranken
Status: Eingereicht
Eingereicht: 17.09.2015, 18:43 Uhr

Antragstext

1Wir bekräftigen den Beschluss über die Ausweisung eines Nationalparks in der
2Region Steigerwald und fordern von der bayerischen Staatsregierung die
3Beauftragung einer Machbarkeitsstudie.
4Wir fordern die Regierung von Oberfranken auf, das Schutzgebiet "Hoher Buchener
5Wald" wieder herzustellen.

Begründung

Bündnis 90/Die Grünen in Bayern haben sich bereits im Jahr 2009 für die Ausweisung der Buchenwälder in der Region Steigerwald zum Nationalpark ausgesprochen.
Es sollen etwa 5000 Hektar aus der Nutzung genommen werden. Die vorgesehenen Flächen befinden sich ausschließlich in öffentlicher Hand. Die bayerische Staatsregierung ist bis heute die vielfach geforderte Machbarkeitsstudie für einen Nationalpark "Steigerwald" schuldig geblieben, obwohl diese bereits 2007 vom damaligen Umweltminister Schnappauf in Aussicht gestellt worden war.
Kleinere Abschnitte wie die Bereiche "Waldhaus" und "Brunnstube" bei Ebrach werden bereits seit vielen Jahren nicht mehr bewirtschaftet. Die 775 Hektar des Gebietes "Hoher Buchener Wald" im Ebracher Forst wurden 2014 vom damaligen Landrat im Auftrag des Bamberger Kreistages als Waldschutzgebiet ausgewiesen. Mittlerweile wurde die Zuständigkeit für die Ausweisung von Naturschutzgebieten mit einer Fläche über zehn Hektar von den Landratsämtern auf die Bezirksregierungen verlagert. Zum 1. September diesen Jahres hat die Bezirksregierung von Oberfranken, auf Weisung des bayerischen Umweltministeriums, die Ausweisung des Schutzgebietes "Hoher Buchene Wald", für nicht rechtmäßig erklärt und zurückgenommen.
Die Rotbuche wächst ausschließlich in Europa. Mehr als ein Viertel aller Buchenwälder weltweit liegen in Deutschland. Größere, zusammenhängende Waldflächen wie im Steigerwald sind selten. Deutschland trägt damit eine besondere Verantwortung für den Erhalt der Buchenwälder. Die Buchenwälder im Steigerwald zeichnen sich durch eine außerordentliche Artenvielfalt aus. Seltene Tierarten wie der Halsbandschnäpper, der Juchtenkäfer oder der Feuersalamander sind dort beheimatet. Ihr zahlenmäßiges Vorkommen hat sich in den schon heute geschützten Arealen im Steigerwald nachweislich erhöht.
Bei der Ausweisung eines Nationalparks stehen der Natur- und Artenschutz im Mittelpunkt. Darüber hinaus zeigt die Erfahrung, dass auch die Wirtschaft profitiert. So bietet der Nationalpark an sich eine Vielzahl von Arbeitsplätzen. Die hohe Attraktivität der naturbelassen Wälder bringt mehr Besucher*innen und damit entstehen in der Region zusätzliche Arbeitsplätze und Einkommensmöglichkeiten für die heimische Bevölkerung.
Auch die Ausweisung des Nationalpark Steigerwald wird zum Ausbau der regionalen Infrastruktur und zu einer Stärkung der Wirtschaft führen.

UnterstützerInnen

UnterstützerInnen:
  • Barbara Pfeuffer (KV Würzburg-Land), Matthias Lewin (KV Haßberge), Andreas Lösche (KV Bamberg-Land), Thomas Vizl (KV Schweinfurt), MdL Christian Magerl (KV Freising)